Schnorcheln auf Fuerteventura: Die besten Spots, Touren & Schildkröten (2026)
Schnorcheln auf Fuerteventura: Die besten Spots, Touren & Schildkröten (2026)
von Nicoaktualisiert im Juni 2026
Auf einen Blick
Fuerteventura gilt nicht als typische Schnorchelinsel der Kanaren – zu Unrecht: Im klaren Atlantikwasser trefft ihr bei Morro Jable fast täglich auf Stachelrochen, und vor der Isla de Lobos habt ihr echte Chancen auf Schildkröten.
Schnorcheln auf Fuerteventura ist nicht wie in der Karibik - und auch nicht wie im Roten Meer. Es ist aber ein Unterwasser-Ausflug in einem erstaunlich soliden Atlantikrevier mit glasklarem Wasser, vulkanischen Felsküsten mit realistischer Chance auf große Stachelrochen — wenn ihr wisst, wo ihr hinmüsst.
von Nicoaktualisiert im Juni 2026
Wir zeigen euch in unserem Guide Spots, die sich wirklich lohnen und gehen auch auf die Strände ein, die nichts taugen. Außerdem erfahrt ihr, wo ihr mit etwas Glück sogar Schildkröten begegnet.
Atlantik Traumbucht an der Westküste von Fuerteventura Playa del Viejo Rey stylefoto24/stock.adobe.com
Lohnt sich Schnorcheln auf Fuerteventura?
Kurze Antwort: ja. Aber: Fuerteventura liegt im Atlantik, nicht in den Tropen. Das Wasser ist klar — Sichtweiten von 10 bis 15 Metern sind normal — aber die Korallenshow wie auf den Malediven gibt's hier nicht.
Dafür bekommt ihr Stachelrochen, Papageienfische, Oktopusse, gelegentlich Engelhaie und in der Nähe von Lobos auch mal eine Karettschildkröte zu Gesicht. Die Küsten sind vulkanisch und steil und das Wasser dadurch oft tiefer als an Sandstränden.
Ein wichtiger Punkt, der in den meisten Reiseführern unter den Tisch fällt: Fuerteventura hat Wind. Der Passat bläst aus Norden, und wenn er stark steht, kann die Sicht im Wasser plötzlich statt 15 Metern nur 3 betragen. Schnorcheln auf Fuerteventura ist deshalb vor allem eine Frage des richtigen Spots.
Norden oder Süden — wo solltet ihr schnorcheln?
Wenn ihr nur ein paar Tage habt, ist das die wichtigere Frage als welcher Spot genau. Die Insel ist 100 Kilometer lang, und Norden und Süden funktionieren komplett unterschiedlich.
Im Norden: Corralejo & Isla de Lobos
Der Norden ist die Bootstour-Region. Vom Hafen in Corralejo legen mehrmals täglich Boote zur kleinen Insel Lobos ab — 15 Minuten Fahrt, Naturschutzgebiet, glasklares und flaches Wasser. Hier seht ihr verlässlich Fischschwärme, mit Glück Schildkröten, gelegentlich Rochen. Der Haken: Lobos ist als Naturschutzgebiet auf eine begrenzte Besucherzahl pro Tag limitiert, das Ticket müsst ihr online vorbuchen, denn sonst kommt ihr nicht mit.
Luftaufnahme der Insel Isla de Lobos auf Fuerteventura
Wenn ihr lieber vom Stand aus ins Wasser geht: die geschützten Lagunen bei El Cotillo sind ruhig genug zum Schnorcheln, aber die Auswahl ist überschaubar und der Wind könnte euch einen Strich durch die Rechnung machen.
Im Süden: Morro Jable & Jandía
Der Süden ist die Strand-Schnorchel-Region. Der Klassiker ist die Klippe südlich der Strandpromenade von Morro Jable (in der Nähe der kleinen Kirche). Vom Strand reingehen, Richtung Hafenmauer schwimmen — und wenn euer Tag gut läuft, gleitet einen Meter unter euch ein großer Stachelrochen vorbei.
Der Süden ist windgeschützter, ruhiger und ihr kommt überall ohne Boot ins Wasser. Dafür ist die Anfahrt vom Flughafen weiter — gut eine Stunde nach Morro Jable.
Rochen im Hafen von Morro Jable Flo129/stock.adobe.com
Unsere ehrliche Empfehlung: wenn ihr eine Woche Zeit habt, macht beides. Ein Tag Lobos-Bootstour aus dem Norden, ein Vormittag Morro-Jable-Klippe im Süden.
Die besten Spots zum Schnorcheln vom Strand
Wenn ihr ohne Boot ins Wasser wollt, sind das die vier Spots, die sich wirklich lohnen. Wir haben uns einige weitere Spots angeschaut, die wir aber nicht empfehlen — dazu unten mehr.
Der bekannteste Spot der Insel und der einzige, an dem ihr mit höherer Wahrscheinlichkeit großen Stachelrochen begegnet. Achtet darauf, einen Sicherheitsabstand halten und die Rochen nicht anzufassen und nicht zu verfolgen.
Meeresbewohner an der Klippe Morro Jable: Stachelrochen, Papageienfische, Brassen, gelegentlich Oktopusse, kleine Muränen in den Felsspalten
Merkmale: Strandeinstieg, geringe Strömung im Buchtbereich, ganzjährig schnorchelbar, am Vormittag am ruhigsten
Blick auf den Playa del Castillo Tamara Kulikova/stock.adobe.com
Der praktischste Spot der Insel. Nur fünf Kilometer vom Flughafen, direkt am Touristenort, flaches Wasser, einfacher Einstieg. Schnorchelt entlang der Küste östlich des Yachthafens und in der Bucht beim Shoppingcenter. Hier erwarten euch keine Sensationen, aber es ist ein akzeptabler Spot für Familien und Anfänger.
Meeresbewohner am Playa del Castillo: Brassen, Lippfische, Papageienfische, kleine Krebse, gelegentlich kleine Rochen
Merkmale: Strandeinstieg, sehr flach, infrastrukturell gut erschlossen, weniger Artenvielfalt als andere Spots
Geeignet für: Anfänger, Familien mit Kindern, Stadturlauber
Eigentlich ein Surfspot — aber wenn die Brandung am äußeren Riff ihre Kraft verliert, sind die geschützten Lagunen am Playa de Los Lagos und Playa de la Concha hervorragend zum Schnorcheln. Klares, ruhiges Wasser über Sandboden mit Felseninseln, ideal für entspannte Runden ohne Strömung. Bei Wellengang solltet ihr den Spot lieber meiden, denn der Atlantik an der Westküste ist nicht zum Spaßen.
Meeresbewohner in den El Cotillo Lagunen: kleine Fischschwärme, Brassen, Krabben, Seesterne, gelegentlich kleine Oktopusse
Merkmale: Strandeinstieg, nur bei ruhiger See, ideal für Anfänger in den Lagunen, kombinierbar mit Surf-Vormittag, ca. 45 km vom Flughafen
Geeignet für: Anfänger an ruhigen Tagen, Surfer-Begleiter
Ein ruhiger Strand an der Ostküste, zwischen Costa Calma und dem Süden, gegenüber dem Oasis Park. Wenig touristisch, oft fast leer, mit felsiger Steilküste, an der ihr eine erstaunliche Vielfalt findet. Hier starten auch einige der geführten Schnorcheltouren — das hat einen Grund.
Meeresbewohner in La Lajita: Papageienfische, Drückerfische, Brassen, Rochen in tieferen Bereichen, mit Glück junge Karettschildkröten
Merkmale: Strandeinstieg, wenig überlaufen, geführte Touren ab La Lajita verfügbar, leichte Strömung möglich
Geeignet für: Fortgeschrittene, Ruhesuchende
Welche Spots ihr meiden solltet
Nicht jeder Strand auf Fuerteventura ist ein Schnorchel-Paradies — auch wenn manche Reiseseiten das behaupten. Costa Calma und der Playa de Sotavento sind grandios zum Surfen, Kitesurfen und Spazieren, aber unter Wasser passiert dort relativ wenig.
Mit dem Boot: Welche Schnorcheltour passt zu euch?
Bootstouren auf Fuerteventura starten fast alle entweder im Norden ab Corralejo (Richtung Lobos) oder im Süden ab Morro Jable und Caleta de Fuste. Welche Tour zu euch passt, hängt weniger vom Spot ab als vom Tour-Typ.
Die schnellste und sportlichste Variante. Ein RIB (Rigid Inflatable Boat) bringt euch in 15 Minuten nach Lobos, oft mit Halt an einer ruhigeren Bucht für 30 bis 45 Minuten Schnorcheln im geschützten Wasser des Naturparks.
Die entspannte Familienvariante. Längere Touren (3–5 Stunden) mit Schnorchelstopp, oft inklusive Mittagessen, manchmal mit Delfin- und Walbeobachtung. Etwas teurer, aber das beste Preis-Erlebnis-Verhältnis, wenn ihr einen ganzen Tag draußen sein wollt.
Wenn die Kinder noch zu klein zum Schnorcheln sind oder Angst vor offenem Wasser haben, ist die Fahrt mit einem Glasboden-Boot eine Option. Glasboden-Boote fahren feste Routen entlang der Küste, ihr seht die Unterwasserwelt durch den Boden, und für die Größeren ist meist ein Schnorchelstopp dabei.
Aktivste Variante. Ihr paddelt selbst entlang der Süd- oder Ostküste, haltet an einsamen Felsbuchten und schnorchelt ohne andere Touristen drumherum. Erfordert grundlegende Fitness, lohnt sich aber für alle, die abseits der Standardrouten unterwegs sein wollen.
Das ist die häufigste Frage, die wir bekommen — und die ehrlichste Antwort lautet: kommt drauf an, wie viel ihr investiert.
Stachelrochen sind auf Fuerteventura verlässlich. Die Klippe südlich der Strandpromenade von Morro Jable ist das Rochenrevier der Insel. Die Tiere liegen meist im Sand zwischen den Felsen, ein bis sechs Meter tief, und sind an Schnorchler gewöhnt. Wer ruhig bleibt und Abstand hält, sieht sie regelmäßig.
Karettschildkröten in freier Wildbahn sind seltener. Eure besten Chancen habt ihr auf einer Bootstour rund um Lobos, wo der Naturpark genau die Bedingungen bietet, die junge Schildkröten lieben — flaches, geschütztes Wasser mit reichlich Nahrung. Garantieren kann das niemand. Wer Schildkröten sicher sehen will, hat noch eine andere Option, und die führt uns zum nächsten Abschnitt.
Mit dem Speedboat zur Lobos-Insel Simone Tognon/stock.adobe.com
Schildkrötenstation Morro Jable — der Spezialtipp
Im Hafen von Morro Jable liegt die Centro de Recuperación de Tortugas Marinas — eine Aufzucht- und Pflegestation für die unechte Karettschildkröte. Ihr seht Tiere von Handteller-Größe bis ausgewachsen, die hier nach Verletzungen durch Plastik oder Boote gepflegt werden. Eintritt frei, Finanzierung über Spenden. Ein perfekter Halbstunden-Stopp vor oder nach dem Schnorcheln an der Klippe.
Beste Reisezeit & Wassertemperatur
Schnorcheln auf Fuerteventura geht ganzjährig — die Wassertemperatur liegt zwischen 18 °C im Winter und 23 °C im Spätsommer, der Wechsel ist sanft. Trotzdem gibt's klare Hochsaison-Fenster.
Die beste Sicht und die wärmste Wassertemperatur habt ihr von Mai bis Oktober. September und Oktober sind unsere persönlichen Favoriten: warm, weniger Touristen, der Passat ist oft moderater. November bis April geht auch — dann braucht ihr aber meist einen Shorty oder dünnen Neoprenanzug (3 mm reichen), und die Sichttage sind wetterabhängiger.
Wichtigster Faktor neben der Saison: Wind. An windigen Tagen verlagert ihr euch in den Süden (Morro Jable, Jandía), an ruhigen Tagen ist im Norden bei Lobos und El Cotillo mehr los. Die lokalen Tauchschulen wissen morgens, wo es taugt — fragt einfach nach.
Häufige Fragen zum Schnorcheln auf Fuerteventura
Ja, problemlos. Die besten Strand-Spots sind die Klippe Morro Jable im Süden und die geschützten Lagunen bei El Cotillo im Nordwesten. Playa del Castillo in Caleta de Fuste ist die einsteigerfreundlichste Variante. Von Sandstränden ohne Felsküste solltet ihr nichts erwarten — geht dorthin, wo die Küste vulkanisch und steil ist.
In freier Wildbahn ist das selten und nicht garantiert — beste Chancen habt ihr auf Bootstouren rund um Lobos oder bei längeren Schnorchel-Sessions im Süden bei La Lajita. Wer Schildkröten sicher aus der Nähe sehen will, besucht die Aufzuchtstation im Hafen von Morro Jable.
Kommt drauf an, was ihr sucht. Fuerteventura ist die Insel für Stachelrochen und ruhiges Schnorcheln vom Strand. Gran Canaria hat etwas mehr Artenvielfalt — wir haben dazu einen eigenen Guide zum Schnorcheln auf Gran Canaria. Lanzarote ist deutlich windgepeitschter und oft schwieriger, Teneriffa hat im Süden gute Spots, aber mehr Tourismusdruck.
Ja. Playa del Castillo in Caleta de Fuste ist mit flachem, ruhigem Wasser und einfachem Einstieg ideal für Kinder. Für etwas Älteres lohnt sich ein Glasboden-Boot ab Corralejo — die Kinder sehen die Unterwasserwelt vom Boot aus, ältere Geschwister können beim Schnorchelstopp mitmachen.
Wenn ihr aus dem Schnorcheln mehr machen wollt: Fuerteventura hat ausgezeichnete Tauchschulen. Mehr dazu in unserem Guide zum Tauchen auf Fuerteventura.
Die Preise variieren: einfache Bootstouren ab Corralejo starten bei rund 30–40 € pro Person, halbtägige geführte Schnorcheltouren mit Ausrüstung liegen bei 50–70 €, ganztägige Katamaran-Trips mit Mittagessen meist bei 80–120 €. Aktuelle Angebote findet ihr direkt unten.
Unser Fazit: Spotwahl entscheidet alles
Schnorcheln auf Fuerteventura belohnt diejenigen, die sich kurz informieren und dann gezielt losziehen. Die Klippe Morro Jable für die Rochen, eine Lobos-Bootstour für das Naturpark-Erlebnis, El Cotillo an einem windstillen Vormittag — und zwischendurch ein Stopp an der Schildkrötenstation.